Selbstregulation und StabilisierungEinleitung:
Selbstregulation – eigentlich sollte jeder Mensch in den ersten sechs Monaten nach Geburt die Möglichkeit bekommen, sich selbst regulieren zu lernen – eine basale Entwicklung, die das Gefühl von: „Ich bin ok, so wie ich bin und ich bin willkommen“ entstehen lässt. Das Baby lernt sich selbst hauptsächlich durch Co-Regulation zu beruhigen, d.h. durch ein adäquates Regulieren der Eltern/Bezugspersonen – Selbstregulation ist wie ein Fundament unserer Entwicklung. Desweitern können wir als Kleinkind und heranwachsendes Kind lernen, abhängig von unserer Umwelt, uns selbst zu beruhigen, wenn Aufmerksamkeit nicht unmittelbar direkt uns erreicht oder wenn impulsive Emotionen, Handlungen oder Gedanken in uns aufsteigen.
Frühe Bindungs- und Entwicklungstraumata stören diese Entwicklung der Selbstregulation und Wahrnehmung von Stabilität und äusserer Grenzen. Persönliche Anteile bleiben sozusagen unverarbeitet, die letztlich zur Abspaltung von uns selbst führen. Als Erwachsene erleben wir diese traumatisierten Anteile als Trigger, welche immer wieder neu entfacht werden können und die wir kognitiv einfach nicht verstehen können.
Wie ich arbeite:
Es gibt einen Raum zwischen Impuls und Handlung! Dieser Raum kann wie ein innerer Barometer funktionieren, bei welchem Sie selbst verbunden sich annehmen, akzeptieren, fühlen und denken lernen können.
In Kontakt mit der Therapeutin/des Therapeuten kann Selbstregulation erfahren und im Hier und Jetzt gelernt und nachgereift werden. Entwicklungstrauma sind im Körper gespeichert, deshalb geht es darum, den Körper mitzunehmen, d.h. die früh abgespaltenen Anteile: Körper, Emotionen und Körpersymptome achtsam, im gegenwärtigen Moment und auf persönliche Weise, individuell kennen zu lernen. Es geht nicht um Atemübungen oder Meditation, sondern um den Aufbau von Verbindung in therapeutischem Kontakt: Stabilitäts- und Regulationserfahrungen , auch in achtsamer Bewegung, Aufbau von Körperbewusstsein durch verschiedene Kontaktübungen, stabilisierende Bewegungen, Stimmlich werden, auch evtl. Bodyscan oder PMR-Progressive Muskelentspannungen. Je nach Wunsch und Wohlgefühl kann diese Selbsterfahrung im Liegen, Stehen oder im Sitzen stattfinden. Der eigene Körper kann schliesslich eine Brücke zu mehr Verbundenheit und Lebendigkeit werden.
Ziel:
Sich mehr und mehr ganz erleben, präsent im Hier und Jetzt, physische Stabilität zu erfahren und dadurch mehr Resilienz, psychische Widerstandskraft, zu entwickeln. Kompetenz zur Selbstregulation gemeinsam erfahren und nachreifen lassen, je nach Kapazität einen eigenen inneren Barometer entwickeln, welcher für eine bewusstere Selbstregulation und wachsende Beziehungsfähigkeit dienlich ist.